Gibt es Förderung für KI im Unternehmen?

Jan Stolz · aktualisiert im November 2026 · 4 Minuten Lesezeit

Was nicht mehr läuft

Viele Förderübersichten im Netz sind veraltet. go-digital, der Zuschuss für Beratung durch autorisierte Unternehmen, wurde zum 1. Januar 2025 nicht fortgeführt, Bewilligungen waren bis 31. Dezember 2024 möglich. Digital Jetzt, der Investitionszuschuss des Bundes, ist laut aktuellen Übersichten ebenfalls beendet.

Auch der Digitalbonus.Niedersachsen ist nach den Übersichten, die ich geprüft habe, ausgelaufen, und ein Nachfolger wird dort nicht genannt. Fragen Sie vor einem Antrag bei der NBank nach, ob sich daran etwas geändert hat.

Für Sie bedeutet das, dass eine Förderübersicht, die go-digital oder Digital Jetzt noch als aktiv führt, nicht mehr stimmt. Prüfen Sie das Datum jeder Quelle, bevor Sie Zeit in einen Antrag stecken. Ein Programm, das im Netz noch beschrieben wird, kann längst geschlossen sein.

BAFA-Zuschuss für Beratung

Die Förderung unternehmerischen Know-hows des BAFA bezuschusst Beratungen für kleine und mittlere Unternehmen. Der Zuschuss beträgt 50 Prozent der förderfähigen Beratungskosten, höchstens 1.750 Euro. In der Region Lüneburg gilt der höhere Satz von 80 Prozent, höchstens 2.800 Euro, so die IHK Fulda.

Wichtig sind die Spielregeln. Der Antrag wird vor Vertragsschluss online gestellt, und erst nach der Rückmeldung darf der Beratervertrag unterschrieben werden. Der Berater muss beim BAFA registriert sein. Seminare und Workshops sind ausgeschlossen. Die aktuelle Richtlinie gilt laut BAFA bis Ende 2026 und wird für Anträge ab 2027 mit geänderten Bedingungen verlängert.

Beim BAFA zählt auch der Berater. Er muss dort registriert sein und mehr als die Hälfte seines Umsatzes mit Unternehmensberatung erzielen. Ausgeschlossen sind außerdem Rechts-, Steuer- und Versicherungsfragen sowie Beratungen, für die schon andere öffentliche Zuschüsse fließen.

Hamburg: Digital Check und Kredit

Hamburger Betriebe können den Hamburg Digital Check der IFB nutzen. Er bezuschusst Beratungen zu Informationssicherheit und digitalem Wandel mit bis zu 50 Prozent, höchstens 7.500 Euro. Voraussetzung ist eine Betriebsstätte in Hamburg, die Beratung soll mit einem konkreten Umsetzungskonzept enden. KI wird auf der Programmseite nicht ausdrücklich genannt, das Thema digitaler Wandel passt aber.

Für die Umsetzung gibt es den Hamburg-Kredit Digital über die Hausbank. Er reicht von 25.000 Euro bis 2,5 Millionen Euro, die Stadt legt einen Zuschuss von bis zu 12 Prozent der Kreditsumme dazu, höchstens 20.000 Euro. Gefördert werden laut Förderdatenbank unter anderem Software, Beratung und Schulung der Beschäftigten in digitalen Fähigkeiten.

Der Hamburg-Kredit Digital kann laut Förderdatenbank bis zu 10 Jahre laufen. Er ist ein Kredit, die Rückzahlung bleibt bei Ihnen. Prüfen Sie, ob die Raten in Ihre Planung passen, bevor Sie den Antrag über die Hausbank stellen.

Bei Hamburger Programmen läuft vieles online über das eAntragsportal der IFB. Planen Sie Zeit ein, denn der Antrag muss vor dem Beginn der Beratung gestellt sein. Ein Anruf bei der IFB oder Ihrer Handelskammer klärt vorab, ob Ihr Vorhaben passt.

Niedersachsen und Landkreis Harburg

Für Betriebe in Niedersachsen bleibt vor allem der Bund. Neben dem BAFA-Zuschuss nennen Förderübersichten den KfW-Förderkredit ERP-Digitalisierung, ein zinsgünstiges Darlehen über die Hausbank, bei dem auch KI-Projekte förderfähig sein sollen. Die genauen Bedingungen erfahren Sie bei Ihrer Bank.

Die Programme ändern sich häufig. Prüfen Sie den Stand vor jedem Antrag in der Förderdatenbank des Bundes und bei der zuständigen Stelle.

Was Sie vor dem Antrag beachten

Fast alle Programme verlangen, dass Sie den Antrag stellen, bevor Sie einen Auftrag erteilen. Ein bereits unterschriebener Vertrag kann die Förderung kosten. Ob eine Maßnahme förderfähig ist, hängt vom Programm und vom Anbieter ab. Beim BAFA zum Beispiel zählt Beratung, die Umsetzung selbst nicht.

Rechnen Sie ehrlich nach. Ein Zuschuss von 1.750 Euro spart Geld, kostet aber auch Antragsarbeit. Bei kleinen Automationen kann sich der Aufwand lohnen oder nicht, das hängt von Ihrem Projekt ab.

Halten Sie Rechnungen, Verträge und Nachweise geordnet. Fast jedes Programm verlangt am Ende einen Verwendungsnachweis. Beim BAFA ist er innerhalb von sechs Monaten nach dem Informationsschreiben einzureichen, und die vollständige Zahlung muss belegt werden.

Förderung und Preis

Wenn Sie eine Beratung fördern lassen möchten, klären Sie zuerst, ob Ihr Berater die Voraussetzungen des Programms erfüllt. Fragen Sie das beim Anbieter ab, bevor Sie einen Termin festlegen. Für Automationen und KI-Agenten gelten die Preise auf der Preisseite, eine Förderung dafür müssen Sie selbst klären.

Welche Abläufe in Ihrem Betrieb sich überhaupt lohnen, zeigt der Betriebs-Check in zwei Minuten. Mit dem Ergebnis wissen Sie, wofür Sie eine Förderung suchen. Dieser Artikel ersetzt keine Fördermittelberatung, Stand ist November 2026.

Fragen Sie Ihre Handelskammer, Handwerkskammer oder IHK nach einem Beratungsgespräch zu Förderungen. Dort kennt man die aktuellen Programme und weiß, welche zu Ihrer Betriebsgröße passen.

Häufige Fragen

Gibt es go-digital noch?

Nein. Das Programm wurde zum 1. Januar 2025 nicht fortgeführt. Bewilligungen waren bis 31. Dezember 2024 möglich.

Wie hoch ist der BAFA-Zuschuss?

Laut IHK Fulda 50 Prozent, höchstens 1.750 Euro. In der Region Lüneburg sind es 80 Prozent, höchstens 2.800 Euro. Der Antrag muss vor dem Beratervertrag gestellt werden.

Kann ich Förderung rückwirkend beantragen?

Bei BAFA und den meisten Landesprogrammen nicht. Ein Vertrag, der vor der Antragstellung unterschrieben ist, kann die Förderung ausschließen.

Wo finde ich aktuelle Programme?

In der Förderdatenbank des Bundes, bei Ihrer IHK oder Handwerkskammer und bei der Förderbank Ihres Landes, in Hamburg die IFB, in Niedersachsen die NBank.

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